Der Überblick

Entkernung heißt: Aus dem Gebäude kommt alles raus, was nicht trägt. Nichttragende Wände, Bodenbeläge, abgehängte Decken, alte Leitungen, Einbauten. Am Ende steht der nackte Rohbau, die tragende Substanz bleibt unangetastet und das Gebäude ist bereit für den nächsten Schritt.

Typische Anlässe sind eine anstehende Kernsanierung, ein Umbau mit neuem Grundriss oder die Vorbereitung auf den Verkauf, wenn das Objekt leer und im Rohzustand übergeben werden soll. Was unsere Entkernung als Leistung umfasst, lesen Sie auf der Leistungsseite. Hier geht es um die Praxis: die fünf Schritte, die jede Entkernung durchläuft.

Wichtig ist die Abgrenzung: Beim Abbruch fällt das ganze Gebäude, bei der Entkernung bleibt die Hülle stehen. Deshalb ist die Entkernung meist der erste Bauabschnitt einer Sanierung und fester Bestandteil vieler Abbruchprojekte, denn auch dort muss erst das Innenleben raus, bevor die Maschinen kommen.

Schritt 1: Besichtigung und Planung

Am Anfang steht ein Termin vor Ort. Wir sehen uns die Substanz an: Welche Wände tragen, wo Leitungen verlaufen, in welchem Zustand Böden und Decken sind. Genauso wichtig sind die Schuttwege. Wo können Container stehen, wie kommt das Material aus dem Gebäude, gibt es eine breite Zufahrt oder nur ein enges Treppenhaus?

Und wir klären, was bleiben soll. Manchmal ist das nur die tragende Struktur, manchmal sollen ein Bad, eine Etage oder bestimmte Einbauten erhalten werden. Je klarer das vorher festliegt, desto sauberer läuft die Baustelle. Die Besichtigung ist kostenlos, danach bekommen Sie ein unverbindliches Angebot mit klaren Positionen: was rauskommt, was stehen bleibt, wie viele Container eingeplant sind und ob die Entsorgung enthalten ist. So vergleichen Sie nicht Bauchgefühle, sondern Leistungen.

Schritt 2: Schadstoff-Check vor dem Start

In Gebäuden bis in die 1990er Jahre stecken oft Materialien, die nicht in den normalen Bauschutt dürfen: Asbest in Bodenbelägen, Klebern und Fassadenplatten, künstliche Mineralfasern in alten Dämmungen, teerhaltige Anstriche. Besteht ein Verdacht, kommt vor dem Start ein Gutachten. Die Sanierung übernehmen zertifizierte Fachbetriebe, wir arbeiten nach deren Freigabe weiter.

Das kostet Zeit, keine Frage. Aber es schützt alle, die im Gebäude arbeiten, und Sie vor Ärger bei der Entsorgung. Woran Sie kritische Materialien selbst erkennen können, zeigt unser Ratgeber Asbest im Altbau erkennen.

Schritt 3: Ausräumen und Demontage

Bevor eine Wand fällt, wird ausgeräumt: Möbel, Hausrat, Teppiche, Küchen, Einbauschränke, Türen samt Zargen. Fest verbaute Teile wie Heizkörper, Sanitärobjekte oder Deckenverkleidungen nehmen wir im Zuge der Demontage heraus, sauber getrennt nach Material.

Steht das Objekt noch voll, ist das kein Hindernis: Die Entrümpelung übernehmen wir mit, im selben Angebot und im selben Zug. Sie müssen vorher nichts selbst leerräumen, es sei denn, Sie möchten es. Was noch brauchbar oder verwertbar ist, etwa Heizkörper und Leitungen aus Metall, wird getrennt gesammelt statt zerschlagen. Das senkt die Entsorgungskosten.

Faustregel: Alles, was vor dem Start aus dem Gebäude ist, macht die Entkernung schneller und günstiger. Was Sie selbst rausbringen wollen, bringen Sie raus. Den Rest geben Sie einfach mit ins Angebot, dann steht beides auf einem Zettel.

Schritt 4: Die eigentliche Entkernung

Jetzt geht es an den Kern der Arbeit. Raus kommt alles, was nicht zur tragenden Substanz gehört:

  • Nichttragende Wände: Trockenbau- und leichte Zwischenwände werden abgebrochen, tragende Wände bleiben unberührt.
  • Böden: Beläge und je nach Planung auch der Estrich werden aufgenommen.
  • Decken: Abgehängte Decken und Verkleidungen kommen herunter.
  • Leitungen: Alte Elektro-, Wasser- und Heizungsleitungen werden zurückgebaut.

Gearbeitet wird von oben nach unten beziehungsweise so organisiert, dass sich nichts im Gebäude staut: Der Schutt fließt auf kurzem Weg direkt in die Container, statt tagelang in den Räumen zu liegen. Das hält die Baustelle sicher und die Wege frei.

Eine Grenze gilt dabei immer: Tragende Bauteile fassen wir nicht an. Soll doch eine tragende Wand weichen, ist das keine Entkernung mehr, sondern ein Eingriff in die Statik, der vorher vom Statiker geplant werden muss. Auch das klären wir bei der Besichtigung, bevor die erste Wand fällt.

Schritt 5: Abfuhr, Entsorgung, Übergabe

Der Schutt verlässt die Baustelle getrennt nach Stoffströmen: mineralischer Bauschutt, Holz, Metall, Mischabfall. Getrennt sammeln ist nicht nur Pflicht, es ist auch günstiger als ein Container voller Mischabfall. Abfuhr und fachgerechte Bauschuttentsorgung übernehmen wir, auf Wunsch gleich als Position im Angebot.

Zum Schluss die Übergabe: Sie gehen mit uns durchs Gebäude und sehen den Rohbau, wie ihn die nachfolgenden Gewerke brauchen. Auf Wunsch mit Baugrobreinigung, damit Sanierung oder Umbau direkt starten können.

Wie lange dauert eine Entkernung?

Die ehrliche Antwort: Das hängt von der Größe des Objekts, der Zugänglichkeit und möglichen Schadstoffen ab. Als grobe Einordnung: Eine Wohnung ist meist eine Sache von Tagen, ein komplettes Haus dauert entsprechend länger. Und jede Schadstoffsanierung schiebt sich zeitlich vor den eigentlichen Start, weil sie abgeschlossen sein muss, bevor wir weiterarbeiten.

Drei Dinge bestimmen den Zeitrahmen am stärksten: die Fläche samt Zahl der Geschosse, die Wege für den Schutt und die Frage, ob vorher saniert werden muss. Ein leergeräumtes Erdgeschoss mit Containerplatz vor der Tür läuft spürbar schneller als ein voll gestellter vierter Stock ohne Aufzug.

Einen belastbaren Zeitrahmen nennen wir deshalb erst nach der Besichtigung, dann aber verbindlich geplant und mit Ihnen abgestimmt. Der einfachste Weg dorthin: Schicken Sie uns über das Formular ein paar Eckdaten und Fotos. Wir melden uns werktags zwischen 8 und 21 Uhr, auch kurzfristige Einsätze sind möglich.