Die kurze Antwort

Eine Entkernung kostet meist etwa 30 bis 90 € pro Quadratmeter Wohnfläche. Das sind branchenübliche Richtwerte zur ersten Orientierung, kein Angebot. Am unteren Ende landet, wer nur Böden, Türen und Einbauten rausnehmen lässt. Am oberen Ende steht der Rückbau bis auf den Rohbau, inklusive nichttragender Wände und alter Leitungen.

Für eine Wohnung mit 80 m² reden wir also grob über 2.400 bis 7.200 €. Die Spanne ist groß, aber ehrlich: Zwei gleich große Wohnungen können beim Rausreißen völlig unterschiedlich viel Arbeit machen. Was bei Ihnen zusammenkommt, zeigt erst der Blick vor Ort. Bei uns ist diese Besichtigung kostenlos.

Warum überhaupt pro Quadratmeter? Weil die Fläche der beste erste Anhaltspunkt für Schuttmenge und Arbeitszeit ist. Alles Weitere, vom Bodenaufbau bis zur Etage, verschiebt den Preis innerhalb der Spanne nach oben oder unten. Deshalb rechnen seriöse Betriebe erst nach einem Ortstermin verbindlich.

Was zur Entkernung gehört

Entkernen heißt: Raus kommt alles, was nicht trägt. Am Ende stehen nur noch tragende Wände, Decken und die Fassade, der Rest liegt sortiert im Container. Üblicherweise sind das diese Positionen:

  • Bodenbeläge samt altem Bodenaufbau, bis auf den Rohboden
  • Nichttragende Wände, etwa aus Trockenbau oder leichtem Mauerwerk
  • Einbauten wie Küchen, Schränke, Bäder und Heizkörper
  • Türen samt Zargen sowie Wand- und Deckenverkleidungen
  • Stillgelegte Leitungen für Wasser, Heizung und Strom

Nicht dazu gehören tragende Wände, Decken und die Gebäudehülle: Sobald die fallen, sprechen wir von einem Abbruch. Und der Neuaufbau danach ist Sache der Sanierung, also ein eigenes Gewerk mit eigener Rechnung. Was wir konkret übernehmen, lesen Sie auf unserer Seite zur Entkernung.

Diese Grenze ist beim Vergleichen wichtig. Wer ein Angebot für eine Entkernung neben eines für einen Teilabbruch legt, vergleicht zwei verschiedene Arbeiten mit zwei verschiedenen Preisen.

Die Preisfaktoren

Ob Sie am unteren oder oberen Ende der Spanne landen, entscheiden vor allem diese Punkte. Die gute Nachricht: Fast alle lassen sich bei einem Ortstermin in wenigen Minuten einschätzen.

  • Baujahr und Materialien: Verklebte Beläge, mehrere Bodenschichten übereinander oder zäher Wandputz machen deutlich mehr Arbeit als ein schlichter Ausbau. Gerade im Altbau stecken die Überraschungen oft im Fußboden.
  • Schadstoffe: Asbesthaltige Kleber, Platten oder alte Dämmstoffe müssen vor der Entkernung von zertifizierten Fachbetrieben raus. Woran Sie Verdachtsfälle erkennen, steht im Ratgeber Asbest im Altbau erkennen.
  • Etage und Schuttweg: Erdgeschoss mit Containerplatz vor der Tür oder viertes Obergeschoss ohne Aufzug? Jeder Meter Treppenhaus kostet Zeit und damit Geld.
  • Entsorgungsmengen: Bauschutt wird nach Menge und Sorte abgerechnet. Sauber getrennt ist günstiger als gemischt im selben Container. Eine komplett entkernte Wohnung füllt schnell mehrere davon.
  • Resträumung: Stehen noch Möbel und Hausrat in den Räumen, kommt eine Entrümpelung vor die eigentliche Entkernung. Das kostet extra, erspart Ihnen aber den zweiten Dienstleister.

Richtwerte nach Objekt

Zur Einordnung ein paar typische Fälle. Auch hier gilt: alles branchenübliche Richtwerte aus dem Markt, kein Angebot. Die Spannen meinen die reine Entkernung samt Entsorgung, eine eventuelle Schadstoffsanierung durch den Fachbetrieb kommt separat dazu.

ObjektRichtwert (Markt)Haupttreiber
Wohnung, 60 m²ca. 2.000 bis 5.500 €Etage, Schuttweg, Einbauten
Wohnung, 100 m²ca. 3.000 bis 9.000 €Bodenaufbau, Entsorgungsmenge
Einfamilienhausca. 5.000 bis 15.000 €Geschosse, Keller, Dachausbau
Gewerbeeinheitca. 30 bis 80 € je m²Trockenbau, Technik, Auflagen
Erfahrungswert aus dem Markt: Die Entsorgung macht bei Entkernungen oft ein Drittel der Gesamtsumme aus, manchmal mehr. Vergleichen Sie Angebote deshalb nie, ohne zu klären, ob Container, Abfuhr und Deponiegebühren schon enthalten sind.

Beispielrechnung Altbauwohnung

So kann die Kalkulation für eine Altbauwohnung mit 80 m² im zweiten Obergeschoss aussehen. Die Wohnung ist leer, der Aufzug fährt, Schadstoffe sind keine bekannt (Richtwerte, gerundet):

  • Schutz von Treppenhaus und Zuwegen: ca. 300 €
  • Demontage von Küche, Einbauten und Türen: ca. 1.100 €
  • Böden und Beläge bis auf den Rohboden: ca. 1.400 €
  • Nichttragende Wände und alte Leitungen: ca. 1.000 €
  • Container, Abfuhr und Entsorgung: ca. 1.700 €

Macht in Summe rund 5.500 €, also etwa 69 € pro Quadratmeter. Ehrlich gesagt: Dieselbe Wohnung mit asbesthaltigem Kleber unter dem Belag oder ohne Aufzug rechnet sich spürbar anders. Solche Punkte klären wir vor dem Angebot, nicht erst auf der Rechnung. Planen Sie trotzdem einen kleinen Puffer ein, denn ein Altbau hält sich selten exakt an die Kalkulation von der Stange.

So kommen Sie zum echten Preis

Richtwerte helfen beim Einordnen, entschieden wird vor Ort. Der kürzeste Weg: Schicken Sie uns über das Formular ein paar Handyfotos aus jedem Raum, dazu Wohnfläche, Etage und ob es einen Aufzug gibt. Dann vereinbaren wir eine kostenlose Besichtigung in Berlin und Umgebung, bei Bedarf auch kurzfristig. Vor Ort klopfen wir die kritischen Punkte ab, etwa alte Kleber, mehrschichtige Böden oder den Weg zum Container, damit das Angebot hinterher hält.

Danach bekommen Sie ein unverbindliches Angebot mit klaren Positionen, in dem Abfuhr und Bauschuttentsorgung bereits drinstehen. So vergleichen Sie echte Gesamtpreise statt geschönter Teilsummen. Und falls Sie parallel weitere Angebote einholen: gern. Ein sauber aufgeschlüsseltes Angebot muss den Vergleich nicht scheuen.